Ist Bandscheibenvorfallprevention möglich?

In der ersten Phase des Bandscheibenleidens kommt es zu Kreuzschmerzen. Der Grund sind Verspannungen jener Muskel, welche die Wirbelsäule bewegen. Jetzt verabreichteRheumamittel reduzieren zwar den Schmerz, beseitigen allerdings nicht immer die Ursache. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist subjektiv nicht wesentlich gestört, die Bewegungen laufen aber nicht optimal ab und belasten mehr einzelne Bandscheiben und Gelenke. In dieser Phase ist meistens keine Operation erforderlich. Sorgfältige Untersuchung und durch gezielte Heilgymnastik Wiederherstellung des optimalen Bewegungsstereotyps der Wirbelsäule kann spätere Bandscheibenschaden einschließlich Bandscheibenvorfall verhindern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wann ist die Bandscheibenoperation erforderlich?

Bei fortgeschrittenen Bandscheibenschaden wölbt sich die Bandscheibe in Spinalkanal vor und drückt auf die Nervenwurzel. Die Leitfähigkeit des Nervs ist beeinträchtigt, was in der Folge zu Gefühllosigkeit und eventuell auch zu Muskelschwäche führen kann. In extremen Fällen entwickelt sich sogar Harnverhalten. Eine Operation ist dann nicht mehr zu vermeiden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist ein Gehirntumor?

Ein Gehirntumor ist eine Geschwulst, die durch unkontrolliertes Wachstum der Gehirnzellen entsteht. Da im Gehirn unterschiedliche Zellenarten vorkommen, sind die Gehirntumore eine inhomogene Krankheitsgruppe. Die Gehirntumore werden allgemein nach biologischer Aktivität in gutartige und bösartige Tumore differenziert. Eine andere Differenzierung erfolgt nach der Zellart , die zum Tumorwachstum geführt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wie zeichnet sich ein Gehirntumor ab?

Die Symptomatik (=Zeichen) ist erstens durch Tumorgröße, zweitens durch Tumorlage im Gehirn bestimmt. Der raumfordernde Effekt der größeren Tumore führt zu einer Gehirndrucksteigerung, diese zeichnet sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und zuletzt durch Bewußtseinsstörung ab. Durch Druck bzw. Infiltration der Gehirnbereiche durch den Tumor kommt es zu lageabhängigen Funktionsstörungen des Nervensystems, wie z. B. Krämpfe, Halbseitenlähmung, Wortfindungsstörungen, Sehstörungen, einseitige Hörverminderung, Schwindel oder psychische Veränderungen. Es ist besonders darauf zu achten, daß ein Gehirntumor zu Änderungen des physischen und psychischen Zustandes des Menschen führt. Auch der Charakter der bereits bestehenden Beschwerden (wie z.B. migränöse Kopfschmerzen) kann sich durch den Tumor ändern. Aus diesem Grund soll jede solche Zustandsänderung einer ausführlichen Untersuchung unterzogen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Kann ein Gehirntumor zuverlässig diagnostiziert werden?

Ja. Die Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRI) ermöglichen zuverlässige Diagnosen der Gehirntumore. Jeder Patient mit Hinweise für einen Gehirntumor soll einer CT- bzw. MRI-Untersuchung mit anschließender klinischer Begutachtung durch einen Facharzt für Neurochirurgie unterzogen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Die Einführung der CT und MRT hat zu revolutionären Fortschritten der Gehirntumordiagnostik geführt. Sind ähnliche Fortschritte auch im therapeutischen Bereich nachvollziehbar?

Die rasante Entwicklung der Computertechnologie hat auch zwei wesentliche Fortschritte in der Gehirntumorbehandlung gebracht. Eine stereotaktische Radiochirurgie ist eine neue, unblutige und effiziente Behandlungsmethode zahlreicher Gehirntumore. Eine s.g. Neuronavigation ermöglicht durch Projektion der bei MRI-Untersuchung gewonnenen Bilddaten im Operationsmikroskop eine exakte Operationsplanung. Eine stereotaktische Radiochirurgie ist als Methode seit mehr als 30 Jahren bekannt. Die rasche Entwicklung dieser Behandlungsmethode wird seit ca. 10 Jahren durch die Computertechnologie ermöglicht. Bei dieser unblutigen und den Patienten minimal belastende Methode werden die Röntgenstrahlen aus mehreren Ebenen in den Tumor gezielt. Dabei erhält der Tumor die erforderliche Strahlungsdosis, die gesunden benachbarten Gehirnstrukturen werden praktisch nicht bestrahlt. Durch Strahleneinwirkung verliert der Gehirntumor seine biologische Aktivität, die Tumorzellen sterben ab und der Tumor zerfällt. Bei der Neuronavigation werden die durch eine MRI-Untersuchung gewonnenen Bilddaten rechnerisch bearbeitet und als zweidimensionaler Plan in das Operations-mikroskop projiziert, sodaß der günstigste Zugang zum Tumor gewählt und die Tumorgrenze markiert werden kann. Die Neuronavigation ist somit eine technische Hilfe, die dem Operateur eine sichere Gehirntumorresektion erlaubt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Muß sich der Patient bei stereotaktisch-radiochirurgischer Behandlung einer Narkose unterziehen?

Nein. Diese Methode ist für den Patienten körperlich weniger belastend als eine Zahnbehandlung. Ein spezieller Zielring wird durch 4 Schrauben am Kopf des Patienten in lokaler Betäubung fixiert und eine CT-Untersuchung durchgeführt. Die gewonnenen Bilddaten werden computerisiert in eine dreidimensionale Darstellung des Tumors und der Gehirnstrukturen umgewandelt. Auf der Basis dieser 3D-Darstellung wird ein Linearbeschleuniger (=Strahlungsgerät) programmiert, der Patient mit dem Zielring auf dem Bestrahlungstisch fixiert und gezielt bestrahlt. Unmittelbar nach Behandlungsende wird der Zielring entfernt. Die stereotaktisch-radiochirurgische Behandlung ist durch diese minimale Belastung auch für jene Patienten geeignet, bei denen eine Narkose und Operation ein zu großes Risiko darstellen würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Aus Sicht des Patienten hat die stereotaktische Radiochirurgie zahlreiche Vorteile, keine Operation und Narkose und damit verbundene mögliche Komplikationen, sehr kurzer Spitalaufenthalt. Welche Nachteile bzw. Schwachpunkte hat diese Behandlungsmethode gegenüber einer Operation?

Die stereotaktische Radiochirurgie ist als Behandlungsmethode für größere Tumore mit Durchmesser von mehr als 3,5 cm und für diffus wachsende Tumore nicht geeignet. Große Tumore müssen operativ entfernt werden. Allerdings können manche große und schwer zugängliche Gehirntumore operativ verkleinert und anschließend stereotaktisch-radiochirurgisch bestrahlt werden. Die stereotaktische Radiochirurgie ersetzt also nicht das Skalpell, wie irrtümlich von einigen Journalisten präsentiert, sie erweitert unsere Therapiemöglichkeiten der Gehirntumore. Ein Spitalsaufenthalt beträgt bei stereotaktischer Radiochirurgie 1 bis 2 Tage.